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Woran erkenne ich einen guten Heilpraktiker? 10 Tipps, wie Du an den Richtigen gerätst

Naturheilkunde Heilpraktiker
Foto: Daiga Ellaby / Unsplash
Hast Du dich auch schon oft gefragt, was einen guten Heilpraktiker ausmacht? Wir versuchen Dir einen kleinen Fahrplan an die Hand zu geben, der Dir helfen wird, eine erste Orientierung im Dschungel der Angebote zu bekommen.

Inhalt

Der „richtige“ Heilpraktiker oder Therapeut

Laut groben Schätzungen soll es bundesweit etwa 45.000 Heilpraktiker allein in Deutschland geben. Da fällt es Patienten besonders schwer, den richtigen Heilpraktiker zu finden, der genau zu einem passt. Doch was ist eigentlich richtig?

Wenn man bei Suchmaschinen „Heilpraktiker“ eintippt, wirst Du erstaunt sein, wie viele Treffer dir angezeigt werden. Je größer die Stadt, desto unübersichtlicher das Angebot an Therapeuten. holisto.de versucht dir mit den folgenden Tipps eine Hilfe an die Hand zu geben, den passenden Heilpraktiker in deiner Nähe zu finden.

Anmerkung: Wir sprechen aus Gründen der besseren Lesbarkeit in der generische Form der Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ oder „Therapeut“. Damit möchten wir die weiblichen Heilpraktikerinnen und Therapeutinnen natürlich nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil. Holisto.de spricht allgemein zum Menschen und nicht zu Geschlechtern.

Tipp 1: Mach Dich schlau und sei vorbereitet!

Du hast bereits eine Diagnose oder hast eine erste Ahnung, was Dir fehlen könnte? Dann sammle so viele Informationen wie möglich, damit du auch weißt, nach welcher Therapieform du suchen musst. Außerdem hat es sicher Vorteile, nicht gänzlich unvorbereitet in ein Erstgespräch mit einem Therapeuten zu gehen.

Tipp 2: Fachgebiete und Qualifikationen des Heilpraktikers

Die Wahl des passenden Heilpraktikers setzt voraus, dass Du eine erste Ahnung hast, welche Therapien du benötigst. Entscheidend dabei sind vor allem die abgeschlossenen Ausbildungen und die zusätzlichen Qualifikationen. Eine mehrjährige Fortbildung in Osteopathie hat natürlich einen höheren Stellenwert als ein paar Wochenendseminare in Fußreflexzonentherapie. Auch die grundsätzliche Ausrichtung des Therapeuten ist relevant: Arbeitet er eher spirituell oder wissenschaftlich fundiert?

Tipp 3: Empfehlungen und Recherche

Nutze für deine Recherche alles, was du bekommen kannst. Familie, Freunde und Bekannte sind sicherlich die erste Anlaufstelle, wenn es um Empfehlungen geht. Eine persönliche Empfehlung kann passen, muss aber nicht. Was für den einen perfekt ist, kann sich bei dem anderen aber als kompletter Reinfall herausstellen. Die Wahl des passenden Therapeuten ist nun mal ein sehr individueller Vorgang.

Für Menschen ohne Heilpraktiker-Erfahrung kann die persönliche Empfehlung eine erste Orientierung sein. Nutze auch das Internet für eine Recherche. Suchmaschinen liefern vor allem lokale Ergebnisse.

Branchenspezifische Portale wie holisto.de liefern wichtige Infos. In den Therapeutenprofilen findest du neben den bloßen Kontaktdaten und Praxiszeiten auch Infos zu Behandlungs- und Indikationsschwerpunkten, Ausbildung, Qualifikationen und Zertifikaten. Neben der Möglichkeit zur unkomplizierten Kontaktaufnahme kannst du dir anhand von Fotos auch einen visuellen und persönlichen Eindruck von dem Therapeuten oder der Therapeutin machen.

Tipp 4: Heilpraktiker-Kosten

Anders als bei den meisten kassenärztlichen Leistungen musst du Leistungen aus der Alternativmedizin oder der sogenannten Komplementärmedizin zumeist selbst zahlen — es sei denn, du bist privatversichert. Aber selbst bei PK-Versicherten wird längst nicht alles übernommen. Da ist es auf jeden Fall hilfreich, frühzeitig über Kosten für anstehende Anwendungen aufgeklärt zu werden.

Die Kosten in der Heilpraktik richten sich vor allem nach der aufgewendeten Zeit des Therapeuten. Zur Steigerung der Transparenz nutzen viele Heilpraktiker einen eigenen Gebührenkatalog, der sich grundsätzlich an den Vorgaben des „Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker“ orientiert. Die angegebenen Gebühren variieren zum Teil stark. Hier sind Preisunterschiede von 100 Prozent und mehr möglich. Ob Ratenzahlung möglich ist, erfährst du direkt bei deinem Therapeuten. Wenn er eine sofortige Zahlung in bar verlangt, solltest du wachsam sein. Auf eine Rechnung solltest Du aber in jedem Fall bestehen.

Je nach Anwendung kommen noch Labor- oder Arzneimittelkosten hinzu oder sind bereits integrierter Bestandteil der jeweiligen Behandlungsleistung.

Tipp 5: Ausbildung und Zertifikate eines Heilpraktikers

Die gesundheitsamtliche Prüfung zum Heilpraktiker ist natürlich Grundvoraussetzung zur Ausübung dieses „freien“ Berufes. (Mehr zum Berufsbild des Heilpraktikers erfährst Du hier.) Hauptsächlich wird in dieser Prüfung schulmedizinisches Wissen abgefragt. Entscheidend sind aber die weiteren Qualifikationen und Fortbildungen. Schließlich legen diese auch das Leistungsprofil des Heilpraktikers fest und definieren seine Ausrichtung in der Naturheilkunde.

Achte auch auf Ausbildungszertifikate. Lass sie dir gerne zeigen. Meist hängen diese eh an den Wänden der Praxis.

Eine Osteopathie-Ausbildung ist in einigen Bundesländern nur in Kombination mit einer abgeschlossenen Physiotherapie-Ausbildung oder einer ähnlichen Ausbildung möglich. Diese absolviert man über mehrere Jahre in zahlreichen praktischen und theoretischen Einheiten, wohingegen eine Fortbildung zum Fußreflexzonentherapeuten in nur wenigen Wochenendseminaren abgeschlossen ist.

Wenn der Therapeut zu viele unterschiedliche Therapie-Anwendungen anbietet, ist Vorsicht geboten. Grundsätzlich kann man sagen: Je spezieller das Angebot, desto besser. Oder würdest du dir eine Pizza beim Asiaten bestellen?

Tipp 6: Anamnese und Diagnoseverfahren

Vor jeder Diagnose steht immer ein möglichst ausführliches persönliches Gespräch mit dem Patienten. Die sogenannte Anamnese zur Darstellung der Krankengeschichte stützt sich meist auf klinisch-medizinische Daten und persönliche Schilderungen des Patienten. Nicht selten dauert ein solches Erstgespräch zwei bis drei Stunden. In diesem Gespräch sollte sich der Heilpraktiker wertfrei auch nach ärztlichen Diagnosen erkundigen, ohne sie dabei abzuwerten.

So zahlreich wie therapeutische Maßnahmen sind auch die Verfahren zur Diagnose. Viele Heilpraktiker nutzen dafür neben klinischen Untersuchungen (äußere Begutachtung, Abtasten, Abklopfen, Abhören, Puls- und Blutdruckmessung) auch naturheilkundliche Verfahren (Antlitz- und Irisdiagnose, Kinesiologie, Zungendiagnostik) und Laboruntersuchungen. Auch hier gilt: Vertrauen ist gut, eigenes Wissen kann aber auch nicht schaden.

Tipp 7: Vorsicht bei Heilversprechen

Bei Aussagen wie „Das bekommen wir auf jeden Fall hin“ oder „Ich kann sie heilen“ solltest du mit Vorsicht reagieren. Ein Heilversprechen abzugeben ist ein klares Zeichen für Unseriosität, und weckt beim Patienten nur falsche Hoffnungen. Dein Heilpraktiker sollte dich auch über Grenzen, Risiken oder etwaige Nebenwirkungen von Behandlungen und Methoden aufklären.  

Ein planvolles Vorgehen in der Behandlung ist zwingend notwendig, um eine erfolgversprechende Therapie durchzuführen. Das Vorgehen sollte plausibel begründet und stets ausreichend dokumentiert werden. Auf Fragen sollte der Heilpraktiker offen und kompetent antworten. Eine störungsfreie Kommunikation ist notwendig, um ein optimales Therapeuten-Patienten-Verhältnis herzustellen. Nur so entsteht das nötige Vertrauen für eine erfolgversprechende Therapie.

Tipp 8: Ausstattung der Praxis und Auftreten des Therapeuten

Nicht nur das reine Fachwissen eines Heilpraktikers ist von entscheidender Bedeutung, sondern auch die Atmosphäre in der Praxis, damit du dich als Hilfesuchender auch während der Behandlung möglichst wohl und sicher fühlst und dich fallen lassen kannst. Ist die Praxis sauber, aufgeräumt und stimmig eingerichtet? Nur wenn du dich richtig aufgehoben fühlst, kann die Behandlung effektiv sein. Es darf nichts als störend empfunden werden. Höre da sehr genau auf dein Bauchgefühl.

Auch das persönliche Auftreten des Heilpraktikers entscheidet über Sympathie oder Antipathie. Stimmt dieses Bild mit dem überein, das du bereits über Webseite oder Flyer erhalten hast? Wenn es sich gravierend unterscheidet, frage dich, ob es auch weiterhin für dich passt. Bist Du unsicher? Schlafe besser eine Nacht drüber. 

Tipp 9: Fortbildungen und Aktualität

Ist der Heilpraktiker in seinen Fachgebieten auf dem aktuellen Stand? Wenn der Heilpraktiker Mitglied in einem Heilpraktikerverband ist, wird er regelmäßig mit relevanten Informationen zu Fortbildungen versorgt. Weitere Vorteile einer Mitgliedschaft: Rechtsberatung, Beratung zu Qualitätsmanagement und Hygienerichtlinien, politische Interessensvertretung.

Verfolgt der Heilpraktiker einen ganzheitlichen Ansatz in Ergänzung zur Schulmedizin? Gut so. Lass dir ruhig eine Übersicht der letzten Aus- und Weiterbildungen zeigen. Gerade als Heilpraktiker ist es unumgänglich, sich in seinen Fachgebieten permanent fortzubilden, denn die Naturheilkunde entwickelt sich wie auch die Medizin stetig weiter.

Tipp 10: Schulmedizin – Akzeptanz oder Ablehnung?

Lehnt der Therapeut die Schulmedizin per se ab? Dann nix wie weg! Die Grundausbildung zum Heilpraktiker fußt zum Großteil auf allgemein-medizinische Inhalte (Diagnose und Erstversorgung akuter Notfälle, Analyse und Interpretation von Laborwerten, Injektionen und Blutentnahme, klinische Befunderhebung, menschliche Anatomie, Physiologie und Pathologie, sowie Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation). Das ist die Basis für alle Heilpraktiker. Wer das verneint, hat sein Recht auf Ausübung dieses Berufes verwirkt.

Es gibt auch klare Grenzen in der beruflichen Ausübung des Heilpraktikers. Aus guten Gründen. So darf ein Heilpraktiker weder verschreibungspflichtige Medikamente ausstellen noch meldepflichtige Krankheiten, Geschlechtskrankheiten oder zahnmedizinische Probleme behandeln. Wenn du mehr zur Ausbildung zum Heilpraktiker erfahren möchtest, lese dazu unseren Blogeintrag zum Thema „Wie wird man eigentlich Heilpraktiker? Ein Leitfaden zur Ausbildung“.

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Jan Wagner

Jan Wagner

Jan ist Inhaber von holisto.de, Fotograf und führt seine eigene Designagentur. Aus privatem Interesse beschäftigt er sich mit ganzheitlichen Themen rund um Gesundheit, Medizin und Landwirtschaft.

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